Die Stadt Wetter (Ruhr) beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren intensiv mit den Themenbereichen Klimaschutz und Klimaanpassung. Mit dem Integrierten Klimaschutzkonzept, das unter engagierter Beteiligung der Bürgerschaft entwickelt und mit großer Mehrheit des Rates verabschiedet wurde, geht Wetter (Ruhr) nun einen weiteren professionellen Weg zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Für die Umsetzung der 32 im Integrierten Klimaschutzkonzept erarbeiteten Maßnahmen ist seit Mai Niklas Kuhr (29) zuständig, der neue Klimaschutzmanager der Stadt Wetter (Ruhr). Der gebürtige Wittener studierte Geographie (Abschluss Bachelor) an der ruhr-Uni in Bochum und anschließend Stadt- und Regionalentwicklungsmanagement mit Masterabschluss. Bei seiner Arbeit in einem Planungsbüro beschäftigte er sich insbesondere mit integrierten kommunalen Entwicklungskonzepten. Bürgermeister Frank Hasenberg: „Ich freue mich sehr, dass wir mit Niklas Kuhr einen Mitarbeiter gewonnen haben, der sich als Klimaschutzmanager der Stadt Wetter (Ruhr) intensiv um die Umsetzung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes kümmern wird.“

Im folgenden spricht Niklas Kuhr über seine Arbeit als Klimaschutzmanager:

Warum haben Sie sich als Klimaschutzmanager in Wetter (Ruhr) beworben?

„Weil man hier auf eine sehr gute Grundlage trifft. Die Stadt ist in Sachen Klimaschutz bereits seit vielen Jahren gut aufgestellt. Das Beste daran ist: Vieles davon hat sich bottom-up entwickelt, die Bürgerinnen und Bürger haben also selbst Initiative ergriffen und engagieren sich. Zu nennen sind hier beispielhaft die Lokale Agenda 21 Wetter (Ruhr) oder die BürgerEnergieGenossenschaft-58. Diese vorhandenen Strukturen erleichtern die Arbeit in diesem Bereich natürlich enorm und es zeigt auch, dass in der Bevölkerung ein gewisses Bewusstsein und eine Sensibilität für dieses Thema vorhanden sind.“

Eine Grundlage für die Arbeit als Klimaschutzmanager ist auch das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt. Was genau hat es damit auf sich?

„Dass das Konzept vom Rat so beschlossen wurde, zeigt vor allem erst einmal, dass der Wille zum Handeln groß ist. Das Integrierte Klimaschutzkonzept beinhaltet insgesamt 32 Maßnahmen in fünf Kategorien. Dabei geht es sowohl um präventive Maßnahmen, also um die Reduzierung der Treibhausgasemissionen, als auch um Klimaanpassung - also darum, Entwicklungen, die der Klimawandel bereits mit sich gebracht hat, abzufedern. Darüber hinaus soll informiert und beraten und sollen Akteure vernetzt werden, damit die Strukturen sich auch nachhaltig etablieren können. Grundsätzlich bildet das Integrierte Klimaschutzkonzept mit seinen Maßnahmen also das Grundgerüst meiner Arbeit.“

Können Sie beispielhaft Maßnahmen nennen, die Sie mit als erstes angehen werden?

„Auf der städtischen Homepage wollen wir die BürgerInnen unter dem Punkt Klimaschutzmanagement beraten und informieren. Dabei geht es um das Strom- und Energiesparen in den Haushalten, aber auch um die Förderberatung. Dazu werden auch Stromsparkoffer zusammengestellt, die ausgeliehen werden können. So kann jeder für sich selbst schauen, wo Einsparpotenziale in den einzelnen Haushalten vorliegen. Mobilität ist zudem ein großer und wichtiger Themenkomplex. Hier geht es zum Beispiel um Verkehrsvermeidung, vor allem vor Schulen und Kitas, aber auch um den Ausbau und die Optimierung der Fahrradinfrastruktur. Die Stadt Wetter entwickelt ein Integriertes Mobilitätskonzept, welches ich hinsichtlich dieser Aspekte begleiten werde.“

Auf der ganz persönlichen Ebene: Was kann jeder einzelne tun und was tun auch Sie ganz persönlich für den Klimaschutz?

"Das Thema Mobilität ist zum Beispiel eines, an dem sich jeder einzelne beteiligen kann. Das heißt: Umstieg auf den ÖPNV oder Strecken einfach auch mal mit dem Rad oder zu Fuß erledigen. Fahrgemeinschaften bilden und sich nicht nur bei der Fahrt zur Arbeit, sondern auch beim Fahren der Kinder in die Kitas oder Schulen absprechen und zusammenschließen. Weitere Möglichkeiten sind ein energieeffizientes Lüften und Heizen, das Sparen von Wasser kann in jedem Haushalt relativ leicht umgesetzt werden. Daran versuche natürlich auch ich mich zu halten. Wie erwähnt: Die Tipps dazu verständlich aufzubereiten, bzw. die Stellen zusammenzutragen, an denen man sich informieren kann, wird eine der ersten Maßnahmen sein, die ich angehe. Ich persönlich erledige kurze Strecken eigentlich ausschließlich zu Fuß, zum Beispiel Einkäufe. Beim Einkauf lohnt es sich beispielsweise auch, auf regionale Produkte zurückzugreifen, die einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck haben. Ich versuche zudem, so gut es geht auf Plastik zu verzichten. Es wird deutlich: Schon jeder Einzelne kann eine Menge für den Klimaschutz tun. Wie heißt es so schön: Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.“

Für ein nachhaltig besseres Klima in Wetter braucht es das Engagement aller Bürgerinnen und Bürger, so Baufachbereichsleiterin Birgit Gräfen-Loer: “Es geht nur gemeinsam. Mit vielen kleineren und einigen größeren Maßnahmen können wir in Wetter unseren Beitrag dazu leisten.“