Diese Liebe geht durch die Ohren: Vier Tage lang hieß es im Jugendzentrum an der KaiserstraßeWe love Hip Hop“. Sechs Jungen zwischen zwölf und 16 Jahren lernten im Rahmen eines Hip Hop-Workshops, wie man Beats bastelt, Texte schreibt und worauf es beim Rappen ankommt. Am Ende konnten die jungen Musikfans ihre selbst komponierten Songs als MP3-Datei auf einem USB-Stick mit nach Hause nehmen. „Das Aufnehmen der Beats und der Texte und wie die Musik dann im Endeffekt klingt, hat mir am besten gefallen“, erzählt Eliah, der gemeinsam mit Gaetano einen Songtext entwickelte und die passenden Beats dazu mischte. Professionelle Unterstützung erhielten Eliah, Gaetano und die anderen Jungs von Rapper und Poetry Slammer Bülent Demirtas aus Dorsten. Bevor es um Hooks, Parts, Lines und Loops ging, erzählte Demirtas, der über das Mix-Tape eines Freundes Anfang der 90er Geschmack am Hip Hop fand, den jungen Workshop-Teilnehmern kurz etwas über die Geschichte und Entwicklung des Musikgenres. Dann ging es aber schon in die Praxis: „Ich habe den Jungs gezeigt, wie man Beats produziert oder frei verwendbare Beats aus Youtube im Sequenzer weiterentwickelt.“

Ein Sequenzer ist ein elektronisches Gerät zur Aufnahme, Wiedergabe und Bearbeitung von Daten zur Erstellung von Musik. Logic heißt die dazugehörige Software, die Demirtas verwendet, um gemeinsam mit den Hip Hop-Fans an der Kaiserstraße Songideen musikalisch zu entwickeln und sie dann mit dem Gesang zu einem fertigen Song zu vollenden.

Aber wie geht das eigentlich? Wie schreibt man einen Text? „Kreativität ist alles“, so Bülent, der auch klar macht: „Für einen guten Song braucht man einen großen Wortschatz. Es ist einfach unerlässlich, viel zu lesen.“ Oder, wie es Eliah ausdrückt: „Lust, Spaß, Freude, Geduld. Das ist Kreativität.“ Und wovon handeln die Songs? „Wir wollten über Gaming schreiben“, erklärt Gaetano, „aber das war zu allgemein. Eliah ergänzt: „Bülent hat uns gesagt, wir müssen konkretere Ideen entwickeln, dafür in unser Unterbewusstsein gehen und Dinge notieren, die uns dabei einfallen.“ Entstanden ist so ein Song über Pokémons, ein Stück über Computerspiele und ein sogenannterBattle-Song.“ Dabei ist allen Hip Hoppern anzusehen, dass ihnen die musikalischen Tage im Jugendzentrum bestens gefallen haben. Und wer weiß, vielleicht hört man von dem einen oder anderen Workshop-Teilnehmer noch einmal was…